In den Jahren 2009 und 2011 begeisterten Rocksteady Studios die Gamerschaft mit ihren Spielen Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City, welche ein sehr gutes Kampfsystem und eine gelungene Story boten. Nun übergibt Rocksteady die Entwicklung an Warner Bros. Games Montréal, welche Splash Damage einen Multiplayermodus entwickeln ließen. Ob Batman: Arkham Origins ein gelungenes Prequel ist, das erfahrt ihr jetzt.

Altbewährtes

Vorab sei gesagt: Batman: Arkham Origins macht nicht viel neu. Es gibt immer noch das super Freeflow-Kampfsystem, in dem man verschiedene Taktiken für unterschiedliche Gegnertypen einsetzen muss, Batmans Detektiv-Sicht, zum Sammeln von Spuren und Hinweisen und seine coolen Gadgets, welche für das Rätsellösen benutzt werden können. Letztere wurden ein wenig angepasst, da das Spiel ein Prequel ist und Batman die ganzen anderen Technologien noch nicht entwickelt hat. Im Grunde genommen bewirken sie aber dasselbe. Zu den zahlreichen altbewährten Gameplay-Elementen zählen auch die sogenannten Jäger-Begegnungen. Für all diejenigen, die Arkham City und Arkham Asylum nicht gespielt haben: Die Jäger-Begegnungen sind bestimmte Teile des Spiels, in denen Gegner meist alle Schusswaffen besitzen. Da Batman gegen Schusswaffen recht verletzlich ist, muss er versuchen, sie alle leise auszuschalten. Diese Stealth-Parts waren in den Vorgängern eine gelungene Abwechslung, doch leider kommen sie hier etwas zu kurz.

Batman Arkham Origins Review

Die Detektivsicht hilft sehr bei den Jäger-Begenungen

Die meisten Kämpfe sind auf Massenschlachten mit möglichst vielen Gegnern ausgelegt. Im Detektiv-Modus gibt es außerdem auch eine Neuerung. Bamtan kann nun anhand der Hinweise am Tatort den Ablauf des Verbrechens rekonstruieren. Die Szene kann vor- und zurückgespult werden, um so weitere Hinweise zu finden. Jedoch bietet auch Arkham Origins eine doch etwas größere Neuerung. Im Verlauf des Spiels erhält man die Schockhandschuhe des Electrocutioners, die das Kampfsystem sowie das Rätsellösen nochmal auf eine neue Ebene bringen. Des Weiteren gestalten sich die Bosskämpfe diesmal zwar nicht besonders schwierig, sind aber wie die Hauptstorymissionen gut inszeniert.

Acht Killer auf der Jagd

Die Handlung von Batman: Arkham Origins spielt fünf Jahre vor den Ereignissen in Batman: Arkham Asylum. Batman ist jetzt schon zwei Jahre auf Verbrecherjagd, doch noch ist er eher ein Mythos, als ein bedrohlicher Widersacher. Es ist Heiligabend und was muss Batman alias Bruce Wayne tun? Genau, Verbrechen bekämpfen. Einen Alarm aus dem Blackgate Gefängnis folgend, erfährt er am Ende des ersten Levels, dass Gangsterboss Black Mask acht Killer auf ihn angesetzt hat. Diese Killer sind äußerst bekannte Charaktere aus dem DC-Multiversum, wie beispielsweise Bane oder Deathstroke. Im Laufe des Spiels versucht Batman Black Mask aufzuspüren und trifft dabei auf eben diese Killer. Teilweise in den Nebenmissionen und teilweise in der Hauptstory. Da einige Charaktere eher überraschend im Spiel auftauchen, kann ich an dieser Stelle nicht allzu viel über die Story verraten. Dennoch darf ich sagen, dass das Prequel in puncto Story alles richtig macht. Vorallem die Beziehungen von Batman zu vielen DC-Charakteren wird super erklärt und die Hauptmissionen präsentieren sich gleichermaßen sehr gut.

Frei erkundbares Gotham

Im Gegensatz zu den Vorgängern kann man in Batman: Arkham Origins ganz Gotham frei erkunden. Als Fortbewegungsmittel hierzu bietet sich der altbekannte Enterhaken von Batman an, mit dem man sich über ganz Gotham hinweg bewegen kann. Außerdem gibt es nun auch ein Schnellreisesystem. Hierzu müssen in den jeweiligen Bezirken Sendetürme des Riddler deaktiviert werden. Die Schnellreisefunktion nützt in den meisten Fällen nicht viel, da man sich sowieso mit dem Enterhaken ausreichend fortbewegen kann. Zum ersten Mal kann man nun auch in der Bathöhle einige Dinge erledigen: Zum einen gibt es hier eine Art Kleiderschrank, mithilfe dessen man Batman, nach erfolgreichem Abschluss des Spiels, ein anderes Kostüm anziehen kann und zum anderen die Trainigsstation, mit der man den Herausforderungsmodus benutzen kann. Auch in Batman: Arkham Origins gibt es außerdem wieder Nebenmissionen. Diese heißen jetzt Gesucht-Missionen, sind aber im Prinzip dasselbe. Man sucht beispielsweise den Psycho Mad Hatter, den Rätselmeister Riddler oder andere Schurken. Dabei bietet jeder von ihnen eine andere Vorgehensweise und damit auch eine andere Herausforderung, weshalb die Nebenmissionen eine gute Abwechslung vom Hauptspiel sind. Außerdem gibt es nun auch richtige Fälle, die man lösen kann. Zu einem bestimmten Zeitpunkt passiert zum Beispiel ein Mord. Nun kann man zu dem Ort des Geschehens gehen und dort den Tatort analysieren. Die vorhin bereits erwähnte, verbesserte Detektivsicht mit der coolen Abspul-Funktion macht das schnelle Herausfinden eines Verdächtigen einfach. Dann wird dieser aufgesucht und ausgeschaltet.

Die Detektiv-Sicht kann auch genutzt werden, um Tatorte zu untersuchen...

Die Detektiv-Sicht kann auch genutzt werden, um Tatorte zu untersuchen…

...und das Verbrechen zu rekonstruieren

…und das Verbrechen zu rekonstruieren

Neben diesen Missionen gibt es viele Hintergrundinformationen, die man mit der Detektivsicht scannen kann, fernab der Kämpfe in Gothams Straßen. Für diese bekommt man außerdem Erfahrungspunkte und bei einem Levelaufstieg erhält man dann einen Fähigkeitenpunkt, den man in Verbersserung der Gadgets und andere Freischaltungen investieren kann. Einige Gadgets lassen sich aber nur über die neuen Herausforderungen freischalten, welche zum Beispiel Aufgaben sind wie “Gleite 200 Meter“. Das Gleiten durch Gotham funktioniert immer noch super und die vielen Nebenmissionen und Hintergrundinformationen bieten viel Abwechslungsreichtum in den Straßen der Stadt. Dabei  sieht die Stadt sehr schön aus und Gotham im Winter mit vielen Lichteffekten bietet außerdem eine richtig tolle Atmosphäre.

Multiplayermodus

Der neue Multiplayermodus von Batman: Arkham Origins übernahm Splash Damage. Auf insgesamt vier Maps und in einem Modus bekämpfen sich drei Teams: Die Schläger von Joker, die Schläger von Bane und die Helden. Wobei es von Letzteren immer nur zwei gibt: Batman und Robin. Der Modus auf den Maps ist leider immer derselbe: Unsichtbarer Jäger.  Die Helden gewinnen, indem sie ihre Einschüchterungsleiste füllen. Das bezwecken sie, indem sie Gegner ausschalten und ihre Ausschaltmanöver variieren. Außerdem können sie auch Ganganführer ausschalten um ihre Einschüchterungsleiste schneller zu füllen. Dabei spielen sich die Helden genauso wie im Einzelspielermodus, aber sie haben weniger Gadgets. Die Aufgabe der Schläger ist es, einige Basen einzunehmen und dadurch zu punkten. Dabei verwandelt sich das gewohnte Gameplay aus dem Einzelspieler in einen Shooter. Ja, als Schläger spielt man einen ganz gewöhnlichen Shooter mit Deckungselementen. Man erhält ‚Verstärkung‘, das ist so etwas wie Tickets in Battlefield, indem man Gegner tötet oder Basen einnimmt.

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Im Multiplayer muss man Basen einnehmen, um Verstärkung zu erhalten

Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel wird eine Tür gekennzeichnet, durch die eines der beiden Schläger-Teams ihren Superschurken, also Bane oder den Joker, hereinlassen kann. Diese haben spezielle Fähigkeiten und sind eine Art Tank. Die anderen Teams, auch die Helden, sollten sich dann zunächst darauf konzentrieren, den Superschurken auszuschalten.  Des Weiteren gibt es noch ein Arsenal mit insgesamt 8 Waffen und vielen Kleidungsstücken für die Schurken. Diese werden alle nach und nach freigeschaltet, können aber auch durch im Spiel gesammelte Arkham Credits über eine Zufallskiste gekauft werden. Auch Boosts für EP, Credits und mehr kann man per Zufallskiste erhalten. Dabei können die Credits auch per Echtgeld gekauft werden, was in einem Vollpreistitel meiner Meinung nach nichts verloren hat. Bei den Helden lässt sich im Gegensatz dazu nur das Kostüm anpassen. Insgesamt kann man sagen, dass der Multiplayer nur richtig Spaß macht, wenn man einen Helden spielt, da das an die Jäger-Begegnungen aus der Kampagne erinnert. Als Schurke gibt es einige gute Ideen, wie zum Beispiel die Superschurken, jedoch macht das Gunplay mit dem Deckungssystem nur mäßig Spaß. Das und die Tatsache, dass es nur vier Karten, einen Modus und eine Möglichkeit gibt, Ausrüstung gegen Echtgeld zu erwerben, machen den Multiplayer von Batman: Arkham Orgins eigentlich überflüssig.

Fazit

Batman: Arkham Orgins macht nicht viel neu. Das Meiste basiert auf den altbewährten Gameplay-Elementen, die aber dennoch funktionieren und Spaß machen. Leider fehlten mir hier die Stealth-Parts ein wenig, da diese kaum vorkamen. Das macht aber die sehr gute Geschichte des Spiels wieder wett. Diese passt nämlich super als Prequel und erklärt viele Hintergründe von Batman. Der Soundtrack des Spiels ist, wie in den anderen Teilen, super und passt perfekt zu dem atmosphärischen Gotham. Der Multiplayermodus macht eigentlich nur Spaß,wenn man einen Helden spielt und kommt mit einem unspaßigen Gunplay daher. Man hätte diesen einfach weglassen sollen und sich stattdessen mehr auf Innovation im Gameplay konzentrieren müssen. Trotzdem gibt es eine Kaufempfehlung für alle Fans der Reihe und auch für alle, die noch kein Spiel aus der Serie gespielt haben.

Unsere Wertung:

8-Wertung Was hat diese Zahl zu bedeuten?

Von uns getestet: PC-Version

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