Wir kennen Göttersimulationen nach Art von Black & White, wir kennen Lebenssimulationen im Stile der Sims, ja sogar ganze Evolutionen konnten wir wie in Spore bereits Spielen. Aber eine Sache blieb bei alledem außen vor. Die Welt auf der sich all das abspielt und genau dort setzt das neue Indie-Game von Abbey Games an und versetzt uns in die Rolle eines Planeten. Als solcher wabern wir erst einmal brach und leblos durch den Kosmos und das gefällt uns nicht so wirklich gut. Es muss also eine Bevölkerung her und da wir als großer Steinklotz eher wenig Einfluss auf unsere Oberfläche und deren potenzielle Bewohner nehmen können schaffen wir uns mehrere Helferlein. „Helferlein“ ist hierbei eher untertrieben, denn es handelt sich um eine Art Elementarriesen, insgesamt vier Stück an der Zahl welche uns als Werkzeug dienen um den Planeten nach unseren Vorstellungen zu formen und Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit zu nehmen.

Zum einen wäre da der Ocean-Giant, eine stilistisch einer Krabbe nachempfundene Kreatur mit deren Hilfe wir Meere schaffen können. Desweiteren gibt es den Forrest-Giant der Wälder erschafft, den Swamp-Giant dessen Aufgabe es ist muffige Sümpfe zu kreieren und zu guter Letzt noch den Rock-Giant, der gewaltige Berge auftürmt. Mit diesem Quartett der übergroßen Terraformer gestalten wir unsere Oberfläche wie es uns gefällt. So entstehen Meere, Wälder, Sümpfe und Wüsten wo einst braches, unwirtliche Landschaft war, doch das allein reicht nicht, um Menschen dazu zu bewegen sich niederzulassen und Siedlungen zu bilden.

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Der Rock-Giant geht bei der Oberflächengestaltung auch gerne mal mit Gewalt vor.

Daher können die Riesen auf der Oberfläche auch noch Ressourcen platzieren, derer es drei gibt: Nahrung, Reichtum und Technologie. Verfügbar werden diese über die drei möglichen Quellen Tiere, Pflanzen und Mineralien. Schon bald nachdem man die Welt etwas wohnlicher und ressourcenreicher gemacht hat siedeln sich auch die ersten Vertreter der Gattung Homo Sapiens auf dem Planeten an. Diese gründen eine kleine Siedlung und beginnen schon bald damit an einem Projekt zu werkeln. Eine Schule, ein Schrein oder eine Schmiede, was immer das Dörfler-Herz begehrt, es ist an uns die notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen.

Während die ersten Bedürfnisse noch schnell gedeckt sind, eine Mine hier, ein paar Blaubeeren dort, wird es mit der Zeit immer aufwändiger und schwieriger den kleinen Wuselmännchen die Wünsche von den Augen abzulesen. Der Platz auf unserem kleinen Planeten, oder genauer innerhalb der Dorfgrenzen ist einfach zu beschränkt als dass wir lediglich genügend Ressourcen platzieren könnten um alle Bedürfnisse zu erfüllen. Hier greift die Wohl herausforderndste Mechanik des Spiels. Jede Ressource steht in Wechselwirkung mit ihrer Umgebung. Hühner, die neben Blaubeeren platziert sind, produzieren mehr Nahrung oder befindet sich in Nachbarschaft eines Quarzvorkommens ein weiteres ebensolches, so steigt das Maß an gewährtem Wohlstand. Als wäre das nicht schon komplex genug , können die Ressourcen mithilfe sogenannter Aspekte zusätzlich verbessert oder – bei Wahl des richtigen Aspekts –  sogar in komplett andere Vorkommen umgewandelt werden.

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Erfüllt ihr die Wünsche der Menschen floriert das Dorf.

All das macht das Spiel zu einer großen Herausforderung, steigert den Spielspaß gewaltig und treibt den Wiederspielwert ins Unermessliche. Während zu Beginn lediglich eine 30 Minuten Partie und eine Art freies Spiel, in welchem aber keine neuen Fortschritte freigespielt werden können, kann man mit voranschreiten im „Technologie-Baum“ des Spiels auch 60 oder sogar 120 minütige Sessions freischalten.  Erfüllt man die Bedürfnisse seiner kleinen Bewohner, so erhält man nach und nach als Belohnung für erreichte Herausforderungen neue, aufwändigere aber zugleich lukrativere Ressourcen.

Mein Fazit: Reus ist ein Spiel, das auf jeden Fall einen Blick wert ist wenn ihr Spiele wie „Black & White“ oder „Die Sims“ mochtet und der englischen Sprache mächtig seid, denn das Spiel gibt es momentan nur auf Englisch. Es macht Spaß den kleinen Gestalten beim Herumwuseln zuzusehen und sich zu bemühen ihnen alles Lebensnotwendige zu geben. Die Grafik ist passend verspielt und die Hintergrundmusik rundet das Gesamtbild ab, auch wenn ich zu letzterer anmerken muss, dass es meiner Meinung nach zu oft Pausen gibt in denen das einzige hörbare Geräusch mein Lüfter war. Etwas mehr akustische Untermalung wäre hier schön. Dennoch ist das Spiel seine 9,99€ auf Steam in jedem Fall wert und kann euch einige kurzweilige Stunden Unterhaltung bieten. Klare Kaufempfehlung von mir.

Unsere Wertung:

8-Wertung

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